Bewältigung der Herausforderungen bei der Miniaturisierung medizinischer Geräte durch photochemisches Ätzen

Precision Micro Dieser Artikel wurde verfasst von:
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Kategorie: Komponenten- und Branchenlösungen

Da Elektronik immer weiter geschrumpft wird und medizinische Geräte immer kleiner, intelligenter und funktionsreicher werden, wird der Fortschritt zunehmend in Bruchteilen eines Millimeters gemessen. Von Hörgeräten und Cochlea-Implantaten bis hin zu Medikamentenverabreichungssystemen und chirurgischen Instrumenten – die Hersteller integrieren immer mehr Funktionen in immer kompaktere Produkte.

Eine Collage aus geätzten medizinischen Bauteilen

Dies kommt den Patienten zwar durch weniger invasive Behandlungen und unauffälligere Geräte zugute, stellt die Hersteller jedoch auch vor Herausforderungen. Die Herstellung winziger Metallkomponenten mit komplexen Geometrien und engen Toleranzen ist keine leichte Aufgabe.

Ein Fertigungsverfahren, das zur Erfüllung dieser Anforderungen beiträgt, ist das photochemische Ätzen. Anstatt Material mechanisch abzutragen, wird beim photochemischen Ätzen eine fotografische Schablone verwendet, um die Geometrie eines Bauteils festzulegen, bevor die belichteten Metallbereiche chemisch entfernt werden.

Da kein physischer Kontakt mit dem Werkstoff stattfindet, ist das Verfahren sauberer und verursacht keine Spannungen, Grate oder Wärmeeinflusszonen, die die Leistungsfähigkeit der Bauteile beeinträchtigen oder eine nachträgliche Nachbearbeitung erforderlich machen könnten.

Dadurch eignet es sich besonders gut für die Medizinelektronik, wo Bauteile oft im Bereich von Bruchteilen eines Millimeters gemessen werden. So müssen beispielsweise leitfähige Federn, die in Cochlea-Implantaten zum Einsatz kommen, eine zuverlässige elektrische Leistung erbringen und gleichzeitig in immer kompaktere Gehäuse passen.

Ebenso erfordern die komplexen Batteriekontakte, die in implantierbaren medizinischen Geräten zum Einsatz kommen, außergewöhnliche Präzision und Wiederholgenauigkeit, da bereits geringfügige Maßabweichungen die Montage und die langfristige Zuverlässigkeit beeinträchtigen können.

Die Miniaturisierung wirkt sich auch auf andere Bereiche der Medizintechnik aus. Man denke nur an Vernebler, bei denen präzisionsgefertigte Metallkomponenten zur Regulierung des Luftstroms und der Medikamentenabgabe eingesetzt werden. Zudem weisen viele chirurgische und diagnostische Geräte komplexe Metallbauteile auf, deren Herstellung mit herkömmlichen Verfahren schwierig oder kostspielig wäre.

Darüber hinaus wird das photochemische Ätzen zur Herstellung von medizinischen Klingen aus Edelstahl eingesetzt. Diese weisen häufig feine Zähne, komplexe Schneidprofile oder andere detaillierte Oberflächenmerkmale auf, die mit herkömmlichen Metallbearbeitungsverfahren nur schwer zu realisieren sind.

Da das Material bei diesem Verfahren ohne mechanische Krafteinwirkung geformt wird, können Hersteller diese komplexen Profile herstellen und dabei die Eigenschaften des Metalls bewahren, bevor ein abschließendes Schärfen oder eine Endbearbeitung erfolgt.

Auch die Art und Weise, wie Medizinprodukte hergestellt werden, unterscheidet sich von vielen anderen Branchen. Die Produktionsmengen sind oft geringer als in Branchen wie der Automobilindustrie oder der Unterhaltungselektronik, insbesondere während der Produktentwicklung, klinischer Studien oder bei Spezialgeräten. Gleichzeitig ändern sich die Konstruktionen häufig im Laufe der Testphase und des Zulassungsverfahrens.

Hier kommt der Flexibilität in der Fertigung eine wichtige Rolle zu. Da beim photochemischen Ätzen fotografische Werkzeuge anstelle von Hartwerkzeugen zum Einsatz kommen, lassen sich Designänderungen schnell umsetzen, ohne dass Kosten für die Herstellung neuer Stanzformen anfallen. Dadurch eignet sich dieses Verfahren besonders gut für die Prototypenentwicklung, Designiterationen und die Produktion kleinerer Stückzahlen, bleibt aber gleichzeitig skalierbar, falls die Nachfrage steigt.

Das Verfahren ist zudem mit einer Vielzahl von technischen Metallen kompatibel, darunter Edelstähle, Nickellegierungen und Werkstoffe auf Kupferbasis. Dies ermöglicht es Herstellern, die Werkstoffe entsprechend den für die jeweilige Anwendung erforderlichen Eigenschaften – sei es Korrosionsbeständigkeit, Leitfähigkeit oder mechanische Festigkeit – auszuwählen, ohne dabei durch das Herstellungsverfahren selbst eingeschränkt zu sein.

Dank der geringen Einrichtungs- und Werkzeugkosten bei Precision Micro ermöglicht das photochemische Ätzen eine wirtschaftliche Fertigung – vom Prototyp bis hin zu größeren Losgrößen. Angesichts immer kleiner werdender und immer komplexerer Bauelemente ist es gerade die Kombination aus Präzision und Flexibilität, die die nächste Generation medizinischer Technologien ermöglicht.

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